SPD schickt Klingbeil ins Rennen

 
 

98%. Mit ordentlich Rückenwind haben die SPD-Mitglieder im Landkreis Rotenburg und im Heidekreis ihren Bundestabgeordneten Lars Klingbeil erneut als Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 nominiert. Vor über 300 Besuchern in der Stadthalle Walsrode und dem Präsidenten des europäischen Parlaments Martin Schulz als Ehrengast nannte Klingbeil seine inhaltlichen Schwerpunkte.

 

„Politik muss sich wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Es geht darum, dass es der arbeitenden Mittelschicht besser geht“, so Klingbeil. Der 38-Jährige nannte die Abschaffung der Kitagebühren als wichtiges Ziel, um Familien finanziell zu entlasten. „Das sind 100 bis 200 Euro mehr im Monat für Familien mit kleinen Kindern. Das müssen wir umsetzen.“ Klingbeil kündigte an sich stärker als bisher in bundespolitische Debatten einzumischen. In politisch bewegten Zeiten komme es darauf an eine klare Haltung zu zeigen und die Unterschiede deutlich zu machen. „Ich will, dass die SPD wieder selbstbewusst wird und ich werde meinen Teil dazu beitragen“, so Klingbeil. Mit Blick auf seinen Wahlkreis erinnerte der Bundestagsabgeordnete an zahlreiche Erfolge in den vergangenen Jahren. Neben dem Aus der Y-Trasse, einer Millionenförderungen für den Breitband-Ausbau im Heidekreis und ein neues Industriegebiet für Bad Fallingbostel nannte Klingbeil viele weitere kleine und große Fortschritte. „Immer dann wenn wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben, konnten wir in Berlin und Hannover überzeugen. So will ich meine Arbeit für meine Heimat fortsetzen.“, sagte Klingbeil, der schärfere Regeln für die Erdgasförderung und Lärmschutz entlang der Amerikalinie als kommende Aufgaben nannte.

 

Martin Schulz ging in seiner Rede mit Augenzwinkern auf ein von vielen mit Spannung erwartetes Thema ein. „Gott sei dank ist die K-Frage mit Klingbeil für heute bereits eindeutig beantwortet“, so Schulz unter anhaltendem Applaus der Gäste. Schulz nannte Klingbeil einen wichtigen Ratgeber und Freund, der sich in Berlin in acht Jahren hohes Ansehen erarbeitet hat. Der 60-Jährige zeichnete ein leidenschaftliches Bild von einem Europa, das sich vor gerade einmal 70 Jahren noch bekriegt hatte und heute politisch zusammenarbeite. „Deshalb kämpfe ich, um ein Europa, dass Gemeinsamkeiten sucht, statt sich in Egoismen zurückzuziehen“, so Schulz in Walsrode. Deutlich wandte er sich gegen populistische Tendenzen in mehreren Ländern Europas. „Für jeden Problem einen Sündenbock für kein Problem eine Lösung. Das ist nicht mein Verständnis von Politik. Wir kämpfen dafür, dass Menschen wieder spüren, dass es für sie persönlich voran geht“, so Schulz.